Wir waren heute laaaaange auf der Suche nach einem Fahrrad und haben dabei etwa 14 km zu Fuß zurück gelegt. Leider habe ich mir dabei den Fuß verstaucht und humple jetzt durch die Gegend. Daher ist das heute der erste Tag an dem wir nicht fortgehen. Auch morgen sieht es eher nach Langeweile aus...
Was noch viel blöder ist: Elisabeth ist auf dem besten Weg krank zu werden. Wir haben schon alles an Medikament in sie reingestopft, was wir haben, aber es will ihr einfach nicht besser gehen.
Jedenfalls haben wir heute einen Professor der NHL getroffen, der uns einen absoluten Geheimtip in Sachen Fahrradkauf verraten hat: Es gibt ein Obdachlosenheim, in das kostenlos Leute einquartiert werden. Dafür müssen die Leute leichte Tätigkeiten verrichten, wie zB: FAHRRÄDER REPARIEREN!!! Da gibt es Fahrräder schon ab 50 €. Natürlich sind wir da sofort hingelaufen, aber es war gar nicht leicht zu finden, weil es eigentlich kein öffentlich zugänglicher Markt ist, sondern man den Portier fragen muss. Der hat uns gesagt, dass der Fahrradmarkt von Mo-Fr von 9:00 - 16:00 Uhr geöffnet hat. Also werden wir da am Montag wieder antanzen und uns Räder kaufen. Das heißt für euch: Kein Stress mehr.
Ich hätte nie gedacht, dass ein Fahrrad so ein Statussymbol sein könnte! Ihr könnt euch das echt nicht vorstellen, das ist hier echt der Wahnsinn! Wir haben heute echt alle Secondhandhändler abgeklappert und wegen der starken Nachfrage, sind alte und schundige Räder erst ab ca. 200 € zu kriegen.
So, wir hoffen jetzt, dass das am Montag mit den Fahrrädern hinhaut. Wir haben uns auch schon Fahrradschlösser gekauft und wenn das hier so weitergeht, dann töte ich jeden, der mein Fahrrad auch nur anschaut! Ein Händler hat uns gesagt, dass vor allem alte Fahrräder gestohlen werden, weil die leichter zu verkaufen sind als neuere... GUTE AUSSICHTEN!
Was sonst so war (vor allem was wir so treiben) seht ihr ja dann auf den Fotos...
Nächste Woche fängt das Studium an und dann kehrt der Alltag ein. Momentan sind wir nur am rumlaufen und feiern... Am späten Nachmittag gehen wir immer zu Bett, da wir immer um ca. 4:00 Uhr nach Hause kommen und nur bis ca. 8:30 Uhr schlafen. Dann ist immer irgend etwas und am Nachmittag machen wir schlapp. Weil wir aber nichts auslassen wollen, müssen wir am Nachmittag schlafen. Das ist irgendwie cool, des ginge zu Hause nicht, da würden mir schon wieder 1000 Dinge einfallen, die ich machen muss und ich würde sicher nicht fortgehen. Aber fortgehen hilft andere Gedanken zu vertreiben, weil dann ist man mit Leuten zusammen, die das gleiche Schicksal haben...
O ja!! Ich muss euch was erzählen... Auf den Fotos werdet ihr ihn sehen: Ein gelockter, witziger Typ mit Bart... Das ist der abnormalste und lässigste Türke den ich je getroffen habe! Alleine deshalb hat sich die Reise schon gelohnt... Hier sind ca. 10 Türken, die so absolut keine typischen Türken sind... Die sind total super drauf und ... einfach total normal! Wir haben heute mit ihm gekocht und haben ihm erzählt, dass es in Frankreich und Österreich (Amendine aus Frankreich war auch da) so einige Integrationsprobleme mit Türken gibt. Er hat erzählt, dass die Türken zweigeteilt sind... Die Radikalen, die wir so kennen, unterstützen die momentane Politik in der Türkei und die Regierung dort, wohingegen er, seine Familie und Freunde gerne eine westlichere und liberalere Regierung hätten. Und diese Gruppe an Türken dürfte gar nicht so klein sein! Allerdings, jetzt kommt der Haken an der Sache, sind das eigentlich nur gebildete Türken, die Aussicht auf ein gutes Leben in der Türkei haben, so wie die Türken, die hier studieren. Die Frauen tragen keine Kopftücher, sprechen gutes Englisch und gehen mit uns fort. Ich meine, das ist doch der absolute Hammer, ich hätte nicht gedacht, dass es so was gibt... Echt super!
Die Deutschen reden mit keinem, machen nix, san die vollen Loser! Obwohl da glaub ich nur eine einzige wirkliche Deutsche dabei ist. Die anderen san eingewanderte Weißrussen, Russen, Polen, ... Sind aber trotzdem schon so arrogant wie "echte" Deutsche. Wurst, de spinnen, die Piefke!
Eigentlich kann man sagen, dass wir uns mit denen am besten verstehen, von denen wir es am wenigsten erwartet haben. Die Franzosen san auch ganz in Ordnung und die Spanier und der Portugiese sowieso.... Eine Schweizerin ist auch da, aber die tickt auch net richtig....
Alles in allem sind ca. 120 Austauschstudenten in Leeuwarden! Das ist wirklich Glück, so viele sind es selten. Die Niederländer sprechen alle tolles Englisch und sind sooooo was von hilfsbereit. Ich weiß, dass ich euch damit schon langweile, aber heute hat uns zB eine Busfahrerin (öffentlicher Bus!) nach ca. 15 min. Erklärungsversuchen extra zu einem Fahrradhändler gefahren und uns in der Landkarte alle Fahrradhändler eingezeichnet, die sie kennt. Ich mein, bei uns würden sich die Leute einfach blöd stellen und hoffen, dass man Leine zieht...
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